Die Heilige Elisabeth von Thüringen

Darstellung der Hl. Elisabeth in Marburg

Die Heilige Elisabeth ist nicht nur die Patronin unserer Kirche in Vacha, sondern auch die Bistumspatronin von Erfurt und Fulda. Sie wird mit Recht als eine der größten deutschen Heiligen verehrt. Ihr Leben währte nicht lange von 1207 - 1231, aber was sie gewirkt hat, ist unvergessen.
Elisabeth wurde mit vier Jahren mit dem Sohn des Landgrafen von Thüringen verlobt und zur gemeinsamen Erziehung von Ungarn auf die Wartburg gebracht. Sie war ein strahlend vergnügtes Kind. Doch früh schon trafen sie persönliche Schicksalsschläge mit der Ermordung ihrer Mutter und dem Tod des Landgrafen Herrmann, ihres väterlichen Beschützers im fremden Land. Elisabeth wurde immer ernster und beobachtete mit wachen Sinnen den krassen Unterschied zwischen dem Luxus auf der Burg und der Armut des einfachen Volkes. Sie erkannte, daß ein solcher Gegensatz zwischen Reichtum und Elend den Grundgeboten Gottes widersprechen müsse. Von nun an versuchte Elisabeth, die zukünftige Landesherrin, alles zu tun um diesen Gegensatz zu verringern. Sie selbst trug bescheidene Kleider und ging ohne Schmuck zum Gottesdienst. Man warf ihr vor, sie eigne sich für eine Dienstmagd und nicht zu einer deutschen Fürstin. Nur Ludwig, ihr späterer Ehemann hielt zu ihr und drängte auf baldige Vermählung. Elisabeth war ihrem Ludwig in tiefer Liebe zugetan und schenkte ihm vier Kinder. Unter ihrem Einfluß fand das verschwenderische Treiben auf der Burg ein Ende. Sie selber pflegte Aussätzige, stand Armen und Kranken bei und kümmerte sich um Waisenkinder. In der Hungersnot 1225 öffnete sie die eigenen Kornkammern und verteilte die Vorräte an die Armen. Immer mehr wurde sie zum Ärgernis für die so ganz anders eingestellten Hofleute. Als ihr Mann 1227 bei einem Kreuzzug starb, stand Elisabeth ganz alleine da.
Nachdem Ludwigs jüngerer Bruder Heinrich die Herrschaft auf der Burg übernommen hatte, mußte Elisabeth mit ihren Kindern mitten im Winter die Burg verlassen. Nun selber der Armut preisgegeben, klopfte sie an jede Tür, doch nirgends fand sie Aufnahme, denn Heinrich drohte allen mit seiner Rache, die Elisabeth aufnehmen würden. Elisabeth zog mit ihrem Beichtvater Konrad von Marburg nach Marburg und sie wurde Mitglied des dritten Ordens. In ihrem Herze hatte sich Elisabeth bereits der Nachfolge Christi gewidmet, nun mußte sie sich allerdings noch von ihren Kindern und Verwandten trennen, um den Weg der Armut, Keuschheit und des Gehorsams zu gehen. Sie geißelte ihren Leib und erlegte sich Buße und Fasten auf. Nachdem ihre Verwandtschaft einen Teil ihrer Güter für sie zurückgewonnen hatte, gründete Elisabeth 1228/29 in Marburg das Franziskus-Hospital und widmete sich ohne Rücksicht auf ihre schwindenden Kräfte der Kranken- und Armenpflege. Sie starb am 17. November 1231 vierundzwanzigjährig in Marburg. Schon vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.

Das Rosenwunder in einer Darstellung nach Moritz von Schwind auf der Wartburg

Alle Berichte über die Hl. Elisabeth erzählen, mit welcher Hingabe und Furchtlosigkeit sie sich der Pflege der Armen und Aussätzigen widmete. Eines der wenigen Worte, die von ihr zu ihrem Engagement überliefert sind, lautet: "Ich habe euch immer gesagt, daß wir die Menschen fröhlich machen müssen."
In dieser Gewissheit vertraute sie bei ihrem Tun auf Gott, der ihr auch immer wieder half. Am bekanntesten wurde die Legende vom Rosenwunder: Einst ging Elisabeth wieder mit einem Tuch überdeckten Korb von der Burg herab ins Dorf. Als sie Heinrich sah, fragte er sie: "Was hast du in deinem Korb?" "Rosen, Herr", antwortete sie mit demütiger Miene. Ungläubig sah Heinrich selbst in den Korb und fand statt der eben eingepackten Brote unter dem Tuch lauter frisch duftende Rosen. Lächelnd ging Heinrich davon und ließ Elisabeth gewähren.


Wissenswertes über das Leben der Heiligen Elisabeth finden Sie auch auf den Seiten der Credobox und im Heiligenlexikon online.
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