Allerheiligen
2006


Heilige Bernadette Soubirous (Bernadette Schütz)


Seherin, Nonne
* 7. Januar 1844 in Lourdes in Frankreich
16. April 1879 in Nevers-sur-Loire in Frankreich

Mein Name ist Bernadette. Ich wurde im Januar 1844 geboren, als Tochter eines Müllers. Ich hatte 5 Geschwister. Mein Vater verschenkte Mehl an die Armen, so wurde ich schon sehr früh in meiner Kindheit mit Armut in Verbindung gebracht. Eines Tages war es soweit, dass wir selbst nicht mehr viel hatten und auch zu den Armen gehörten.

Mit 11 Jahren wurde ich sehr krank.

Am 11. Februar 1858, also kurz nach meinem 14. Geburtstag, hatte ich beim Holzsammeln im Wald zum ersten Mal die Vision, die sich im folgenden halben Jahr noch 17 Mal wiederholen sollte: Mir erschein in der wenige Meter von meinem Elternhaus entfernten Grotte eine weibliche Gestalt von großer Schönheit in einer goldschimmernden Wolke. Die "Dame", wie ich sie bewundernd-ehrfurchtsvoll nannte, die sich später als die Jungfrau Maria zu erkennen gab, forderte mich zum Bau einer Kirche an der Grotte und zur Durchführung von Prozessionen zu diesem Ort auf.

In einer zweiten Erscheinung 14 Tage später forderte die "Dame" mich zum Trinken aus der Grotte auf. Es war aber kein Wasser zu sehen; ich kratzte etwas Erde weg, plötzlich entsprang der Stelle klares Wasser. Maria offenbarte mir die Heilkraft der Quelle. Ein erblindeter Mann fand tatsächlich sein Augenlicht wieder, die Nachricht von der Heilkraft des Wassers verbreitete sich rasch. Am 16. Juli 1858 erlebte ich die letzte Erscheinung, bei der sich Maria - vier Jahre nach Verkündigung des entsprechenden Dogmas durch Papst Pius IX. - als die "unbefleckt Empfangene" zu erkennen gab.

Um mich vor Neugier, Belästigungen und Aufdringlichkeiten zu verbergen, verließ ich 1866 meine Heimat und schloss mich den Barmherzigen Schwestern im Kloster St. Gildard in Nevers an. Auch im Kloster wurde ich immer wieder gedemütigt und erniedrigt, doch alle Enttäuschungen konnten mich nicht von der Liebe zu jener "Dame" abbringen. Einer meiner Mitschwestern stellte mir die Frage: "Was tut man mit einem Besen?" "Man kehrt mit ihm." "Und anschließend?" "Man stellt ihn hinter die Tür in die Ecke." "Eben! Das ist meine Geschichte. Maria hat mich benutzt und nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz." Im Kloster durfte über meine Vergangenheit nicht gesprochen werden.

1879 starb ich, erschöpft an Knochentuberkulose. Kurz nachdem ich die Heilige Beichte empfangen durfte, nach dem Osterfest." Lourdes wurde zum berühmtesten Marienwallfahrtsort der Welt, Hunderttausende suchen hier Heilung. Dokumentiert sind bislang über 6000 medizinisch auffällige Heilungen, 2000 davon von Ärzten als unerklärlich eingestuft, 66 hat die katholische Kirche nach eingehender Prüfung als Wunderheilungen anerkannt. Andachtsbilder von Bernadette waren die ersten, die fotografisch erstellt wurden.
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